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Mein Projekt

Heimserver - kleiner Serverschrank

 

 

Klima im Serverschrank
Temperatur: 32.8 °C
Luftfeuchtigkeit: 32.6 %
Luftdruck: 1009.3 hpa
Zeitpunkt: 24.06.2021 17:31:09 Uhr

 

Vorwort

Auch wenn nicht viele, so wie ich, einen eigenen Serverschrank zu Hause nutzen wollen, so wollte ich doch meine Erfahrung mit diesem Projekt gerne teilen. Vielleicht kann ich hiermit die eine oder andere Anregung oder gar Quelle aufzuzeigen.

Das größte Problem bei meinem Projekt war - der Platz! Ein Serverschrank nimmt Server bis zu 80cm Tiefe auf und ist somit in der Regel 100cm tief. Natürlich gibt es kleinere Schränke, nur dann muss man auch passende Hardware finden. Ich selbst habe nur Platz für einen 50cm tiefen Schrank, weshalb das Finden der passenden Komponenten nicht unbedingt einfach war. Außerdem war und ist mein Budget nicht unendlich. Ich wollte also möglichst günstig (gerne auch gebraucht) an die notwendigen Geräte kommen. So habe ich innerhalb von ca. 1,5 Jahren folgende Komponenten nach und nach gefunden und gekauft:

 

Der Serverschrank

Basis bildet der 19" Serverschrank 12HE Tiefe 500mm grau ProfiPatch, den ich für ca. 119 Euro erstanden habe. Die Seitenteile lassen sich abnehmen und oben sind zwei öffnungen für Lüfter. Kabel kann man leider nur von oben oder unten einführen, so dass ich auf der Rückseite eine eigene Kabelöffnung geflext habe. Es gibt vorne und hinten Befestigungsschienen, wodurch ich z.B. die Stromleisten hinten montieren konnte. Insgesamt macht der Schrank einen sehr guten und wertigen Eindruck.

Der NAS-Server

Die Komponente, welche mir am meisten Probleme bereitete, war der NAS-Server. Ein Gehäuse, welches mindestens 4x 3,5 Zoll HDDs aufnehmen kann und dies idealerweise per HotSwap-Käfige von vorne, so dass man im Fehlerfall leicht die Festplatten austauschen kann. Das ganze möglichst kompakt. Die Gehäuse, die ich gefunden habe, waren entweder zu tief oder aber die Platten waren nur intern verbaut. Dann habe ich das Inter-Tech 88887190 Case IPC Storage 2U-2404S, 40cmgefunden, welches für ca. 119 Euro auch erschwinglich war. Das 2HE-Gehäuse hat vorne 4 HDD-Einschübe, welche HotSwap-fähig sind. Ein ITX oder mATX-Motherboard kann verbaut werden, sowie ein Standard-ATX-Netzteil, wobei der Lüfter nach hinten zeigen muss, wie z.B. beim FSP Group Netzteil FSP300-60EP (ca. 20 Euro). Die Backplate kann direkt mit dem Raid-Controller über ein SAS-Kabel (SFF-8087) verbunden werden. Ich habe beim Motherboard auf ein stromsparendes ASRock J3455M (ca. 50 Euro) gesetzt, wobei ein Adaptec RAID-Controller ASR-6405 (ca. 25 Euro) auf dem PCIe 16x betrieben wird. Diese Komponenten konnte ich günstig gebraucht auf eBay zu den genannten Preisen ersteigern. Auf diesem Server läuft neben dem NAS, ein Plex-Server, sowie ein FTP-Server, über den meine IP-Kameras ihre überwachungsvideos speichern.

Der Proxmox-Server

Der R210iiist ein "echter" Server aus dem Hause DELL. Mit nur 40cm tiefe und einer Höheneinheit passt dieser perfekt in meinen Serverschrank. Die standardmäßig verbauten Lüfter sind im Betrieb recht leise, aber dennoch hörbar. Ich wurde auf diesem Server durch Youtube aufmerksam und mein Wunsch auch einen "echten" Server einzusetzen wurde damit gegründet. Dennoch gibt es beim R210ii ein paar Hürden zu überwinden. Die CPU sollte möglichst stromsparend sein, so dass ich mir einen XEON 1265LV2 gekauft habe. Der RAM-Speicher ist sehr teuer von diesem Server, so dass man hier beim Kauf darauf achten sollte, dass möglichst viel RAM on Board ist, da nachträglich dieser viel zu teuer ist. Die Lüfter habe ich gegen welche von NOCTUA ausgetauscht, womit der Server richtig leise wurde. Das vorhandene RemoteManagement benötigt eine ältere JAVA-Version, so dass man sich, entsprechend verschiedener Anleitungen aus dem Internet, erst eine Möglichkeit der Nutzung der RemoteSteuerung zusammenstellen muss. Wichtig ist zu beachten, dass man Rackschienen benötigt, um den Server im Rack einbauen zu können. Leider musste ich die Schienen mit der Flex kürzen, damit diese in meinen Serverschrank passten.
Virtualisiert wird der Server mit Proxmox. Einer der V-Host dient als Mail-Server ( mailcow-dockerized), wobei per VPN eine statische öffentliche IP genutzt wird. Weiter betreibe ich noch ein paar Gameserver...

Die USV

Als USV nutze ich die CyberPower Office Rackmount Serie 600VA 1HE, welche mit 235mm tiefe perfekt in mein Rack passt. Viele andere USV sind leider zu tief. Auch wenn die maximale überbrückungszeit bei Volllast nur ca. 6 Minuten betragen soll, hat diese USV genug Power für mein Rack und kann, laut Software, ungefähr 30 Minuten überbrücken. Alle Komponenten im Rack zusammen benötigen im Durschnitt "nur" 105 Watt. Das ist zwar immer noch nicht wenig, aber für die Menge an Hardware absolut okay. Ich habe diese USV im Sonderangebot für ca. 189 Euro kaufen können. Hier lohnt es sich also etwas zu suchen.

Das VDSL- Modem

Als VDSL-Modem setze ich den Speedport V724W ein, nicht weil dieser besonders klein oder optimal ist, sondern weil ich diesen sehr günstig bekommen konnte. Viel besser würde sich ein Draytek Vigor 165 machen, aber da wir evtl. bald Glasfaser bekommen und ich Supervectoring für Lau von der Telekom erhalten habe, muss der Speedport die Zeit überbrücken. Der Speedport wird als reines Modem eingesetzt.

Das Kabel-Modem

Da ich viel von zu Hause arbeite, ist ein ständiger Internetzugang für mich unentbehrlich. Deshalb nutze ich eine Backup-Leitung per Kabel von Vodafone. Es sollte aber ein kleines Modem sein und nicht diese von Vodafone standardmäßig mitgelieferten Großen, die dann noch aufrecht hingestellt werden müssen. Der CISCO EPC3208 passt perfekt in mein Setup und kostete gebraucht ca. 20 Euro. Ein Anschluss an das Vodafone-Netz war unproblematisch. Als Tarif nutze ich EAZY mit 20Mbit/s Downstream und 2,5Mbit/s Upstream. Als Backup-Leitung vollkommend ausreichend und mit 14 Euro/mtl. unschlagbar!

Der SAT-Receiver

Den nutze ich, um das Fernsehprogramm über TVHeadend per LAN im Haus verteilen zu können.

Der RaspberryPI

Diese Lösung, über ein 2 HE-Rahmen sich passende Abdeckungen für den RaspberryPI zu nutzen, habe ich im Internet gefunden. Ich finde diesen Ansatz super, wobei die PIs per Lüfter jeweils aktiv gekühlt werden. Jeder PI hat eine andere Aufgabe, wie z.B. die Hausautomatisierung per NodeRed, TFTP-Server für meine CISCO-Telefone, Webserver für interne und externe Seiten und Aufgaben. Eine Abdeckung habe ich passend für mein KVM-IP-Modul entworfen. Das KVM-IP-Modul nutze ich, um meinen NAS-Server im Notfall direkt bedienen zu können, ohne Monitor und Co. erst umständlich anschließen zu müssen.

Der Switch

Als Switch setze ich den Netgear JGS524PE - 24-Port Gigabit Ethernet PoE Smart Managed Plus ein. Den dort verbauten Lüfter habe ich gegen einen gleichschnellen EBM-PAPST-Lüfter ausgetauscht. Da der Switch die Geschwindigkeit per PWM steuert, ist der Lüfter im Normalbetrieb sehr leise. Noctua konnte ich nicht einsetzen, weil dieser langsamer läuft als der originale Lüfter und somit einen FAN-Fehler auslöst. Der Sinn hinter dem Tausch ist der, dass der Papst-Lüfter ruhiger läuft. POE setze ich für mein CISCO-Telefon und WLAN-AP ein.

Der Router

Der Draytek Vigor 2925 ist ein idealer Dual-WAN-Router. Er bietet viele Konfigurationsmöglichkeiten auf einfache Art und Weise an. Im Prinzip bietet er professionelle Funktionen per verbraucherfreundliche Oberfläche an. Der Speedport und das CISCO-Modem sind über die WAN-Ports mit dem Router verbunden. Ich kann einzelne PC den jeweiligen Modems zuordnen oder Backup-Szenarien beim Ausfall einer Leitung hinterlegen. Später werde ich sicherlich noch auf den schnelleren Draytek Vigor 2927 umsteigen. Mit um die 200 Euro sind die Router zwar erschwinglich, aber das Geld muss dennoch erst einmal übrig sein...